Endlich Landbesitzer
heute Mittwoch, 6. April 2011 um 9.00h fand im Notariat Schwyz die Verschreibung des Grundstücks Alpthal GB 481 statt. Der ganze Akt dauert keine 10 Minuten, einige Unterschriften werden geschrieben, ein unbelasteter Schuldbrief überreicht, die Hände geschüttelt und fertig. Noch ein Kaffee mit Paul Stöckli, dem sympathischen Vertreter des Verkäufers. Kurzer Prozess, knapper Bericht. Ich bin jetzt Landbesitzer.
Ich habe ein verrücktes Wochenende hinter mir, und erst noch ein verlängertes. Heidi Kathan (Armin’s Frau) feierte gestern Montag ihren XX-igsten Geburtstag, sinnvollerweise war das Wochenende in Oberlech für Armin’s Familie reserviert. Betonung liegt auf ‚reserviert‘. Um das Projekt dennoch rasch vorantreiben zu können, habe ich mit Armin vereinbart, dass ich am Sonntag später Nachmittag nach Oberlech fahre um die Pläne zu besprechen. Betonung liegt auf ‚vereinbart‘. Deshalb habe ich am Samstag eine längere Mountainbike-Tour, unter anderem nach Brunni, geplant. Betonung liegt auf ‚geplant‘. Natürlich kam es anders: Samstag Vormittag, schon in Bikekleidung, ruft Armin an und bittet mich bereits am Samstag nach Oberlech zu kommen. Prioritäten sind Prioritäen, die Tour wird stark gekürzt (es reicht dennoch für schmerzendes Sitzleder bei der ersten Ausfahrt), rasch gepackt und 120min später fahre ich quietschend (mein Auto hat zurzeit eine Persönlichkeits-Störung und hält sich für eine Quietschente…) in Oberlech ein. Weitere 5 Minuten, mein Gepäck steht noch im Eingang, sitze ich auf der Terasse mit einem Glas Crémant in der Hand und diskutiere mit Angelika, Armin’s Schwester. Ich will Euch nicht langweilen mit detaillierten Belegen des verrückten Wochenendes, aber hier einige Highlights:
- es sind deutlich mehr als nur die 4-köpfige Kathan-Familie am Kathan-Esstisch, soviel zur Geburtstags-Idylle
- 4-stündige Führung durch das umgebaute Elternhaus, Armin’s Schwester Angelika lebt dort mit ihrem Mann. Das Haus nur spektakulär, ich sehe meine Küche.
- die revidierten Pläne diskutiert und für gut befunden (ich weiss, ist etwas bieder formuliert, aber Details werden noch keine genannt, zuerst kommt der Gemeindegang. Nur soviel: die Holzwand leuchtet…)
- Schneggarai-Festle besucht mit anschliessenden längeren Diskussionen…
- Fahrt nach Innsbruck am Montag, Armin erzählt mir von seine Idee mit dem Haus KAR, wir vereinbaren das weitere Vorgehen. Ich schweige wie ein Grab…
- Armin und ich ‚besuchen‘ Heidi’s Geburtstags-Kaffeeplausch mit ihren Kolleginnen. Es entbrennen kontroverse Diskussionen über Politik (die einen rot, die anderen liberal) und Feminismus (die einen glühend pro, die anderen pro Frau aber contra Feminismus)
- Besuch von mehreren Objekten (Einfamilienhäuser im Bau, 2 M-Preise sowie 2 Banken) zur Veranschaulichung von guter Architektur
- Besuch in den Büros von holzbox.at, alles ist durchdacht und kreativ, ich würde mein Büro sofort eintauschen. Oben gibts zwei Betten und ein Dusche falls es spät wird oder für Gäste. Ganz zuoberst, quasi schwebend über dem Abgrund steht die Holzbox, das kleinste Penthouse der Welt!
- Rückfahrt mit Andy Keel ‚im Gepäck‘, wir treffen ihn zufällig auf der Hungerburg-Baustelle. Ich liefere ihn in Feldkirch ab.
- Montag 21.30h bin ich wieder zurück in Bäch, und zwar ‚düre wie nes Schitt‘
Übermorgen ist Verschreibung…
Was für den Formel 1 Rennstall das F1 Reglement ist für den Bauherrn das Baureglement. Im Falle der Gemeinde Alpthal ist das Baureglement unter www.ortsplanung.ch interaktiv verfügbar und für Laien wie mich gut lesbar und recht einfach zu interpretieren. Reglemente regeln selten alles im Detail, auch nicht in der Formel 1. Reglemente müssen und können interpretiert werden, sei es vom Bauherrn/Formel 1 Rennstall, sei es von der Baubehörde/FIA. Die Motive und Zielsetzungen sind jeweils unterschiedlich. Eine spannende Sache die auch mal in die Hose gehen kann, wie die Disqualifikation der beiden Sauber F1 Rennautos in Melbourne gezeigt hat. Allerdings wurde dort nicht das Reglement falsch interpretiert, ein Heckflügel-Element wurde unsorgfältig produziert.
Armin hat mir kürzlich aufgezeigt, wieviele Stunden Arbeit in die Planung des Chaletbrunni fliessen werden. Da ich kein Standardhaus sondern eine sehr anspruchsvolle Einzelanfertigung baue, werden sehr viele Stunden für die Detailplanung nötig sein. Armin nannte es übrigens einen Prototyp, und als (ehemaliger) Rennfahrer lag die Analogie zur Formel 1 natürlich auf der Hand.
Markus Gresch, unser Bauleiter aus Lachen/SZ, hat den vor einer Woche vorgestellten Chaletbrunni-Entwurf auf Reglements-Konformität überprüft und einige Bereiche identifiziert, wo Holzbox noch ’nachbessern‘ muss. Bin ich überrascht? Nein, bin ich nicht, und auch Armin nicht ;-). Haben wir ein Problem? Nein, haben wir nicht, Armin hat zusammen mit Julia bereits Lösungen für die Problembereiche gefunden :-). Das revidierte Resultat kann ich mir morgen Sonntag in Oberlech im Detail anschauen, bin aber sicher, dass ich bereits heute Abend mehr erfahre, denn wir treffen uns um 18h in der Schneggarei in Lech! Bis bald.
Ihr fragt Euch, was eine virtuelle Postkutsche mit meinem Kaufvertrag zu tun hat? Einiges, soviel kann ich Euch verraten. Allerdings sind die Gründe derart brisant, dass ich diese im Blog nicht veröffentlichen kann. Mündlich mehr, aber nur wenn ihr ganz brav seid… Anyway, der Termin für die Verschreibung steht. Am Mittwoch, 6. April 2011 um 09.00h bin ich aufgeboten, sauber gewaschen und gut geföhnt im Notariat Schwyz zu erscheinen, und zwar ausgerüstet mit Pass oder ID. Endlich.
Auch heute habe ich wieder neues dazu gelernt, und zwar beim Überprüfen des Kaufvertragentwurfs zusammen mit einer sehr hilfsbereiten Dame vom Notariat Schwyz (selbstverständlich bin ich strengstem Datenschutz verpflichtet und nenne deshalb keine Namen, auch wenn dadurch meine Artikel an Spannkraft verlieren, es geht nicht anders…). Ich verstehe jetzt Begriffe wie Hagpflicht sehr präzise und weiss, dass ich auf der Skipiste Brunni-Haggenegg ein Fuss- und Fahrwegrecht besitze. Das Fahrwegrecht finde ich besonders faszinierend und frage mich, ob ich mir für den Sommer 2012 einen kultigen Aebi Transporter kaufen soll, damit ich mein Recht auch nutzen kann. Habe auch bereits ein schönes Exemplar im Internet gefunden (Aebi TP 35 von 1980 für EUR 6’900), genügend Platz in der Garage habe ich bestimmt. Für den Winter muss ich noch abklären, ob dieses Recht auch das Fahren mit Schneemobil auf der Skipiste beinhaltet, das wäre natürlich der Brüller, auch wenn ich leider etwas skeptisch bin. Vorsorglich habe ich dennoch bereits ein gebrauchtes Modell gefunden, ist zwar hässlich wie ein Insekt, dafür aber die leichte und kräftige Rennvariante (Skidoo MXZ 600RS Racing mit 150PS). Wir werden sehen. Für das Recht mit Schneemobil am Berg rumzufahren würde ich sogar einen Skilift bauen. Vielleicht reicht ja ein 10m langer Kinderlift mit orangen Komma-Griffen an einem unzugänglichen Ort mit schönen Trails wo nie ein Kind hinkommt? Natürlich mit einer kleinen Pistenbar mit sehr unzuverlässigen Öffnungszeiten, somit kann mit regelmässigen Versorgungs- und Entsorgungsfahrten argumentiert werden? Müsste dann wahrscheinlich die Wahl des Skidoo’s überdenken, auf der Rennvariante hat höchstens 1 Redbull Platz, und auch das nur als Aufschrift. Die Idee ist attraktiv aber noch nicht ausgereift, für guten Input von Euch bin ich jederzeit offen! So long.
Die Büx ist da – zumindest auf Papier
Es ist Donnerstag der 24.3.2011 oder 41 Tage nach dem Berglauf in Brunni, mit dem dieses Projekt begann. Und endlich ist es soweit (für normal-geschaltete Menschen wäre es vermutlich bereits soweit), die Präsentation des Vorprojekts ist mit dem Auto unterwegs von Innsbruck nach Bäch, praktischerweise sind auch Armin und seine Mitarbeiterin Julia dabei. Ich habe für beide Einzelzimmer im schönen Hotel Schiff in Pfäffikon direkt am See gebucht. Architekten sind ja schliesslich Künstler und sollten auch entsprechend untergebracht werden. Nach dem Einchecken fahren wir hoch ins Brunni, um 16h sind wir mit Markus Gresch, Inhaber der HGP AG und unser Bauleiter, zur Grundstückbesichtigung verabredet. Armin und Markus haben zwar schon telefoniert, sich aber noch nie getroffen. Alle duzen sich, wir sind ja schliesslich über 1’000 m.ü.m. Bea Greuter, meine zukünftige Nachbarin, steht vor dem Haus und ich erkläre ihr wer wer ist und wer was macht, Philippe kommt auch gerade von der Arbeit nach Hause und schlussendlich stehen alle auf dem Vorplatz und diskutieren. Der Schnee schmilzt rasch, im Tal schiebt ein Ratrac den Schnee auf den Parkplatz damit er noch schneller verschwindet. Es ist kühl und windig, ein deutlicher Unterschied zum Unterland wo heute 18 Grad gemessen werden. Aber was schnorre ich da vom Wetter, es geht ja um etwas ganz anderes.
Noch zwei drei Fotos geschossen und die Höhe der Mauer beim Nachbargrundstück gemessen, und dann fahren wir zu mir nach Bäch. Ich serviere den Apéro auf der Terasse und wir geniessen den Blick auf den See, bevor wir uns an den Tisch setzen und Julia die Präsentationen verteilt. Armin führt Seite für Seite durch das Dokument und erklärt jeden Schritt, den ich im Haus machen werde. Ich glaube wir benötigen schon für das Untergeschoss sicher 20-30 Minuten, überall gibt es faszinierende Konzepte und Ideen. Wir laufen jetzt in Gedanken und Worten die Treppe hinauf ins Erdgeschoss, wo Schlaf- und Arbeitszimmer geplant sind sowie ein grosser Raum, welcher bei Bedarf in 2 Kinderzimmer unterteilt werden kann. Auch hier benutzen wir die Räume in Worten, es ist alles durchdacht und begeistert, es gibt sogar einen Olivenbaum, der in gewachsenem Boden steht (bei der Baumwahl gehen die Meinungen noch etwas auseinander…). Und wieder ein Treppe hoch in den Wohntrakt, es ist unbeschreiblich was mich hier erwartet, nicht in den kühnsten Träumen hätte ich mir die Konzepte vorstellen können. Die Visualisierung gibt mir eine konkrete Vorstellung wie das Haus aussen und innen aussehen wird, es wird eine unglaubliche Büx (Armin’s Version für Haus) werden.
Ihr fragt Euch jetzt vielleicht weshalb ich nicht mehr Details preisgebe und nur einen kleinen Plan-Ausschnitt der Küche beifüge. Die Antwort ist einfach: Markus Gresch überprüft anfangs nächste Woche die Einhaltung der Bauvorschriften, anschliessend gehen wir gemeinsam zur Gemeinde Alpthal und stellen das Projekt vor. Erst wenn wir dort eine positive Indikation erhalten, werden wir die Baueingabe machen, die Pläne den Nachbaren vorstellen und natürlich auch auf diesem Blog alles im Detail vorstellen. Es wird der Hammer!
(Teil-) Skigebiet-Test Teil 2
Ich habe noch viele Ferien von meinem Dienstjubiläum und heute ist sensationelles Wetter. Ergo: kurzfristig frei genommen und rauf in den Hoch-Ybrig zum (Teil-) Skigebiet-Test Teil 2, heute ist die äusserste Ostseite dran, die Mitte muss ich nächstes Jahr erledigen, die hatte am Sonntag Saisonschluss. Die Schneeverhältnisse sind super, bin etwas überrascht, habe knallhart bis sulzig erwartet 🙂 Sitze übrigens im Bergrestaurant Stäfel in der Sonne (gerne geschehen) und vor einem Rivella blau (für meine Freunde von Holzbox: ist so etwas wie ein Schweizer Nationalgetränk…). So, ich mache jetzt noch etwas die Augen zu, gare in der Sonne und träume von der morgigen Präsentation 🙂
Es könnte schneller gehen auf dem Amt
Ich überlege mir, ob ich ein gutes Bild für diesen Update habe. Habe ich nicht. Damit kann ich leben, denn ich schreibe heut ohne wirklich viel neues berichten zu können, leider. Aber das liegt nicht am langsamen Fortschritt der Arbeit (im Gegenteil), es liegt an meinen hohen Erwartungen an Zeit und Qualität (viele Grüsse an meine Kollegen im Geschäft). Enttäuschung ist immer eine Frage der Erwartungen, wenn man es weiss kann man gut damit umgehen. Bei mir ist es deshalb auch nicht Enttäuschung, sondern eine Mischung von Ungeduld und Vorfreude. Anyway, ich bin sehr glücklich mit dem Fortschritt, ausser vielleicht der Verschreibung des Grundstücks, die ist in die Wege geleitet, hat aber noch nicht stattgefunden.
Ein guter Freund von mir hat heute den Blog abonniert und mir augenzwinkernd zurückgemeldet, dass meine Artikel ziemlich Wein-lastig seien. Henry hat recht, ist ganz klar ein Zufall… Ein weiterer Grund heute meinen Gedanken Luft zu verschaffen, es ist schliesslich Werktag, und da ist das Leben asketisch. Eine kleine Neuigkeit habe ich: Armin hat mir heute einen youtube-Link geschickt mit einem berndeutschen Sketch (über Viagra) auf einer typischen vor-dem-Holzhaus-stehenden-Holzbank; er hat durchblicken lassen, dass er und Julia eine gemütliche Bank vor dem Haus für mich geplant haben. Ich freue mich darauf und bin gespannt. Das habe ich ihm auch zurückgeschrieben und erwähnt, dass ich ein absoluter Banken-Spezialist sei…
Übermorgen ist übrigens Präsentation des Vorprojekts mit Visualisierung und dem vollen Programm, es fühlt sich ähnlich an wie Dezember (vor Weihnachten) vor 35 Jahren (da war ich 8…)!
Es wird mir wieder einmal klar vor Augen geführt, wie schnell man sich irren kann. Grossspurig und laut habe ich verkündet, dass mein Grundstück in Brunni auf 1’160 m.ü.m liege, also in winterlichem Gelände (natürlich nur im Winter). Nun wurde gestern durch die Firma Geoterra aus Einsiedeln die Geländeaufnahme erstellt und mir per eMail zugestellt. Die Enttäuschung ist gross, die Folgen schwer absehbar, aber das Grundstück liegt an seiner höchsten Stelle nur auf 1’148.30 m.ü.m und an seiner tiefsten Stelle gar nur auf 1’140.00 m.ü.m! Ein Tiefschlag für den Bauherrn und eine Herausforderung für die Architekten, die geplante Heizung ist sicher überdimensioniert, die Statik auf zu hohe Schneelast ausgerichtet, die Schneeschleuder zu gross bestellt, die Folgen sind schlicht dramatisch. Müssen wir das Projekt abbrechen? Reicht das Budget aus? Macht die Bank mit?
Dabei stand die Geländeaufnahme unter einem glücklichen Stern. Die hohen Temperaturen in den letzten Tagen (jetzt weiss ich natürlich auch warum die auf dem Grundstück so hoch waren) und die sonnenprivilegierte Südost-Lage haben zu einem raschen Schneeschwund geführt. Und so konnte der Geometer am Freitag, nur Stunden vor wieder einsetzendem Schneefall (und einsetzendem arbeitsfreiem Wochenende), die schicksalhafte Vermessung vornehmen.
Nun, es ist wie es ist, ich kann es nicht ändern, andere auch nicht. Ich gönne mir heute Abend ein schönes Fleisch von Francesca Bettio und natürlich extra guten Wein, ich vertraue auf die anregende Wirkung. Zum Apéro werde ich einen Non Filtré vom Johanniterkeller aus Twann am Bielersee kühlstellen, zum Essen wähle ich einen Schiefer „Reihburg“ 2005, ein Blaufränkisch aus dem Südburgenland. Die Kombination von Schweiz und Österreich ist sicher ideal, das hat sich bei unserem Projekt ja bis jetzt auch deutlich gezeigt. Wir kommen wieder, keine Frage 😉
Zu Besuch bei Architekt Armin in Oberlech
Am Freitag fahre ich nach der Arbeit von Zürich nach Gstaad, meine Freunde vom Club de Navidad und ich gehen voraussichtlich das letzte Mal zu Thierry ins Chlöschterli, uns erwartet eine regelrechte ,Ustrinkete‘. Im Nachhinein kann ich definitiv bestätigen, dass es sich um eine ,Ustrinkete‘ gehandelt hat, ich kann mir nicht vorstellen, dass noch etwas übrig ist in Thierry‘s Keller… Mit einem Kopfdurchmesser von mindestens 65cm stehe ich um 7h auf, dusche kühl, mein Kopf durchmisst noch gefühlte 50cm, und verlasse die von Thierry organisierte einfache und sehr zweckmässige Wohnung Richtung Oberlech. Meine Club-Freunde liegen noch im Koma, Mäsi kann kurz ein Auge öffnen und mich mit einem Fingerzeig wortlos verabschieden, ich winke mit dem rechten Zeigefinger zurück.
Zwei Doppio mit Kafferahm im Schoggi-Chübeli und 2 Spiegelei und Speck im Simmental bringen mich wieder auf Flughöhe, ich kann jetzt die Fahrt über Brünig nach Oberlech geniessen und frage mich zig-mal, was sich Armin für ein Konzept für das Chalet ausgedacht hat. Einen Hinweis mit der ,Innenhof-Situation‘ hat er mir ja bereits gegeben, aber ich kann mir beim besten Willen nichts darunter vorstellen, die Stunden vergehen so rasch. Kurzer Abstecher zuhause und gleich weiter, 10 Minuten Boxenstop in Pfäffikon beim Döner-Stand. Um 14h komme ich in Oberlech auf 1800m an, die Aussicht und Natur ist spektakulär, Armin‘s Haus ist unglaublich. Wir essen ein riesiges Wiener Schnitzel mit Pommes Frites und dazu ein dunkles Tiroler Bier, das Leben ist schön.
Wir fahren runter nach Lech und besuchen die Chalets Chaleureux die demnächst bezugsbereit sind. Würde mir eines der Chalets zum Kauf oder Miete angeboten, ich glaube nicht dass ich widerstehen könnte. Das Erlebnis beginnt bereits in der Garage mit Tageslicht und Holzwand, der Eingangsbereich mit ,Hüsli‘ und inszenierter flexibler Sommer- und Wintergarderobe ist der Hammer. Im Erdgeschoss ist der Schlaf- und Kinderbereich, die Kinder schlafen und spielen auf der sonnigen und spektakulären Südseite, die Eltern auf der Lech-zugewandten Nordseite, die Erwachsenen haben im Schlafzimmer ja die Augen zu, und wenn sie bei ,sportlichen‘ Aktivitäten geöffnet sind (mit oder ohne Licht, ist Geschmacksache), dann sind die Vorhänge vermutlich gezogen und die Aussicht irrelevant… Die Treppen sind auch der Wahnsinn mit vielen Details und Blick nach draussen, im Obergeschoss ist der Wohnbereich, welcher bereits eingerichtet ist. Ich kann kaum glauben was ich sehe. Armin erklärt mir das Konzept und die Umsetzung, ich beginne zu ahnen was mich in Brunni erwartet, wenn ich mich nicht schon längst für Armin und Holzbox entschieden hätte, dann wäre jetzt der Moment gewesen.
Wir fahren wieder nach Oberlech und besuchen das Lama Aparthotel, wir können zwar keine der Wohnungen anschauen, es ist alles ausgebucht, aber auch hier gibts viel zu entdecken.
Bei einer Flasche Rotwein sitzen wir dann am Tisch und Armin zeigt mir die ersten Pläne. Er beginnt mit dem Untergeschoss mit dem Innenhofkonzept, nicht im kühnsten Traum wäre mir so etwas in den Sinn gekommen, ich weiss sofort dass wir das in der Art umsetzen werden. Die Weingrotte im Fels mit Kernbohrungen für die Weinflaschen ist natürlich der Brüller, mir kommt die Heineken Werbung mit dem begehbaren Heineken-Schrank in den Sinn, aber mein Keller ist definitiv kultiger. Wir diskutieren die beiden oberen Geschosse, das Hauptgeschoss wird bis zu 5 Schlafzimmer fassen mit 2 Bädern und einer Sauna. Beidseitig gibts die Möglichkeit ins Freie zu gehen. Auf der Talseite (Richtung Südosten) werden wir einen riesigen Raum mit flexibler Raumabtrennung umsetzen, damit bis zu 3 Kinder komfortabel und mit Wahnsinnsaussicht und super Besonnung Platz finden. Im Dachgeschoss gibts einen grossen Raum mit Küche, Ess- und Wohnbereich sowie einer grossen Terasse. Alles natürlich mit viel Glas und Aussicht auf grossen und kleinen Mythen. Ich glaube insgesamt sind 4 Feuerstellen geplant, 2 alleine im Wohnbereich. DER WAHNSINN 🙂
Am Abend laufen wir hinunter nach Lech, oft über Skipisten an Ratracs vorbei. Wir essen in der Schneggarei, ein Besuch der Website lohnt sich, die Bilder der Architektur und insbesondere der Fassade sind genial, ich überlege mir ob mein Chalet auch so eine Fassade erhalten soll, so etwas habe ich noch nie gesehen. Nach dem Essen zurück mit der Gondel nach Oberlech und einen kleinen Verdauungsspaziergang hoch zum Haus. Wir öffnen noch ein Flasche Rotwein und schauen uns den Horror in Japan an, während der Diskussion (mit während meine ich während!) schläft Armin ein. Ich trinke noch ein zwei Glas und haue mich auch aufs Ohr.
Am Sonntag stehen wir beizeiten auf und fahren gehörig Ski in diesem Superskigebiet, recht früh gibts noch eine Hüttenjause (Kalte Platte) mit Apfelschorle, dann fressen wir wieder Kilometer. Zufrieden kehren wir am Nachmittag zurück und gönnen uns gleich 2 Flaschen Crémant, trotz der Menge spüre ich nicht wirklich eine typische Benebelungswirkung, sollte ich mir Sorgen machen? Liegt vermutlich an meinem Wochenendprogramm, quasi eine kurzfristige Topeichung. Am Abend laufen wir etwas runter und essen einen herrlichen Tafelspitz mit einer feinen Flasche österreichischen Roten (war es ein Blauburgunder? Weiss es nicht mehr 100%ig, wahrscheinlich eine Folge des Wochenendkonsums…).
Nach einer kurzen Nacht stehe ich früh auf, trinke zwei Doppio‘s, bedanke mich für die beiden Tage und fahre in die Nacht nach Zürich. Glücklicherweise werde ich heute nicht besonders gefordert im Geschäft, ich leide noch ein wenig. Jetzt ist Montag Abend kurz vor 21h und ich freue mich auf mein Bett. So long.
Der (Teil) Skigebiet-Test
Punkt 8h stehe ich am Skilift Brunni-Haggenegg, leider öffnet er erst um, aber immerhin erwische ich den ersten Bügel. Die Tageskarte kostet 26 Franken für 2 Anlagen, für alle 14 Anlagen der Mythenregion sind 43 Franken fällig. Für heute reichen 2 Anlagen. Einmal rauf und unbehelligt und ohne Pause runter, 450 Höhenmeter, schön durch Waldschneisen, coupiertes und nicht zu steiles Gelände, absolut perfekt für 2 Stunden skifahren.
Bereits nach 2 Abfahrten habe ich Hunger: ich sitze ins Bergrestaurant Nätschberg und bestelle Rivella blau und es chalts Plättli, die Aussicht auf den Kleinen Mythen (der grosse ist dahinter) und das Alpenpanorama ist spektakulär. Das iPhone meldet sich mit einer Voicemail, es ist Armin, er ist bereits wieder auf dem Grundstück und studiert die Auswirkungen des Morgenlichts auf mein Grundstück, der Mann ist eine Sensation. Er beauftragt mich um 14h eine Runde Fotos zu ,schiessen‘ damit auch die Mittagssonne berücksichtigt wird. Wie gesagt, eine Sensation.
Um 11h wird es langsam ,crowded‘ an den Liften, ich fahre nach Hause, dusche, hole etwas Weissen vom Johanniterkeller in Twann und fahre wieder ins Brunni und besuche Hans-Jürgen Harp, er wohnt auch am Panoramaweg sowie Rico Bettio, er und seine Partnerin Angie verbringen viele Wochenenden am Panoramaweg.
Um 15h gehts wieder zurück nach Bäch, kurz nach Brunni beginnt der Nebel.






